WM 2014: Teures Pflaster Brasilien

(Artikelbild: Der Copacabana Beach in Rio de Janeiro ist eines der teuersten Viertel zur WM 2014, Quelle: wikimedia.org/Hank Leclair)

Sie verspricht ein rauschendes Fußballfest zu werden: Die WM 2014 in Brasilien. Doch wen die Lust gepackt hat, sich das Spektakel vor Ort anzusehen, der sollte es sich vielleicht noch einmal überlegen. Denn die Unterkünfte sind bereits jetzt groß teils ausgebucht und die Preise bewegen sich in astronomischen Bereichen. Und das, nicht nur für Luxushotels.

Deutsche Sportreiseveranstalter bieten zwar Fan-Trips zu den deutschen Gruppenspielen an, die Tickets sind allerdings nicht inklusive, sondern nur über die Homepage der FIFA verfügbar.
Auch die Preise für Unterkünfte schießen in geradezu galaktische Höhen. Gerade in Rio de Janeiro. Hostels und Hotels haben für die Zeit der WM ihre Preise bis um das Zehnfache gesteigert. Viele Unterkünfte sind jetzt schon ausgebucht.

Brasilianische Hotels bieten zu saisonalen Hochzeiten wie Neujahr oder Fasching meist Pakete an: Gäste müssen dann eine Mindestanzahl an Nächten bleiben. Die WM ist ein neuer Höhepunkt. So fordern einige Anbieter eine Mindestanzahl von sieben Übernachtungen pro Gast auf Buchungsportalen während der WM im Juni und Juli 2014.

Wer jetzt daran denkt, sich die scheinbar günstigere Übernachtungsmöglichkeit in einem Hostel zu sichern, der liegt weit daneben. Eine Nacht in einem Hostel im Stadtviertel Copacabana etwa kostet im Juni 2014 900 Reais, also etwa 290 Euro. Der Preis gleicht dem in einem Sternehotel, die Unterkunft weniger. Dafür erhält der Gast einen Platz in einem Stockbett mit insgesamt zehn Personen in einem Zimmer und geteiltem Bad auf dem Flur. Zurzeit kostet eine Nacht im Mehrbettzimmer in diesem Hostel noch 50 bis 60 Reais (knapp 16 bis 20 Euro).

Armenviertel wittern ihre Chance

Mit 900 Reais liegt das Hostel im höheren Preissegment der Herbergen. Die meisten Hostels pendeln sich im Bereich von 200 bis 300 Reais, also 50 bis 100 Euro, pro Nacht ein. Auch in den Favelas, den Armenvierteln hat sich bereits die Kunde von den überteuerten Hotelzimmern wie ein Lauffeuer verbreitet und für neue zündende Ideen gesorgt. In den vergangenen Monaten haben immer mehr Favela-Bewohner Pensionen eröffnet und garnieren diese mit horrenden Preisen.

Im Complexo do Alemão, einem Favelakomplex weit entfernt vom Zentrum und den Stränden der Südzone, liegen die Preise pro Nacht bei 150 Reais (50 Euro) für einen Platz im Achtbettzimmer. Es ist auf jeden Fall damit zu rechnen, dass diese Preise in die Höhe schnellen werden, je näher die WM 2014 rückt. In der Favela Vidigal im Süden, immerhin mit Blick auf den Strand, kostet die Übernachtung in einem Schlafsaal 220 Reais (70 Euro).

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