Amtierender Weltmeister Spanien nicht mehr unter Top WM-Favoriten

An der spanischen Fußball-Nationalmannschaft führte in den letzten Jahren kein Weg vorbei. Erst holten die Iberer 2008 den EM-Titel in Österreich und der Schweiz und anschließend auch noch den WM-Titel in Südafrika.

Zwei Jahre später wiederholten sie ihren EM-Triumph bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Trotz dieser beispiellosen Erfolgsserie gilt der Titelverteidiger und Spitzenreiter der FIFA-Weltrangliste nicht als WM-Topfavorit in Brasilien.

Die Sportwettenanbieter haben die Brasilianer als heißesten Anwärter auf den WM-Titel ausgemacht, aber auch die DFB-Elf und Argentinien werden stärker eingeschätzt. Einige Fußballexperten vertreten die Auffassung, dass die Furia Roja zwischenzeitlich ihren Zenit überschritten hat und verweisen auf das fortgeschrittene Alter einiger Leistungsträger.

Des Weiteren ist es schwer vorstellbar, dass eine Mannschaft den vierten großen Titel in Folge holen kann, zumal die großen Verlierer der vergangenen Jahre, wie Deutschland, Brasilien und Italien auf den Gewinn der Weltmeisterschaft brennen. Da schwingt auch die einfache Erwartung mit, dass jetzt einfach mal eine andere Mannschaft am Zug ist.

Spanien hat seinen Zenit noch nicht überschritten

Aus rein sportlicher Sicht spricht allerdings nichts gegen einen erneuten Triumph der Spanier, Trainer Vincente del Bosque kann personell aus dem Vollen schöpfen. Entgegen der landläufigen Meinung, ist die Mannschaft insgesamt nicht überaltert, vielmehr sind in den letzten Jahren immer wieder junge Talente in den Kreis der Nationalelf vorgestoßen.

Die WM-Qualifikation hat der Titelverteidiger ohne Glanz aber letztlich souverän als Gruppensieger vor Frankreich abgeschlossen. Man könnte auch sagen: Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss. Seit dem EM-Triumph in Polen und der Ukraine musste Spanien nur einen wirklich großen Rückschlag hinnehmen – und das ausgerechnet gegen WM-Gastgeber Brasilien. Die Selecao fegte die Furia Roja im Finale des Confed-Cups 2013 mit 3:0 vom Platz. Das Spiel kann man getrost als Kampfansage an den Titelverteidiger werten.

Was die Spanier wirklich noch drauf haben, wird sich letztlich erst bei der WM in Brasilien zeigen, dort stehen sie in der Vorrundengruppe B den Niederlanden, Chile und Australien gegenüber. Sowohl die Chilenen als auch die Aussies werden in dieser Konstellation kaum über die Rolle dankbarer Punktelieferanten hinauskommen, den Gruppensieg werden wohl die Spanier und Niederländer unter sich ausmachen, wobei die Wettanbieter ganz klar auf den Titelverteidiger setzen. Bereits das erste Gruppenspiel zwischen Spanien und den Oranjes am 13. Juni in Salvador dürfte diesbezüglich die Vorentscheidung bringen.

Die Begegnung wird ein echter Härtetest, schließlich spielen die Niederländer häufig in der Vorrunde ihren besten Fußball, bevor sie in der K.o.-Runde regelmäßig in Schönheit sterben. Sollte sich Spanien im Auftaktspiel durchsetzen, dürften auch die folgende Gruppenspiele gegen Chile (18. Juni in Rio) und Australien (26. Juni in Curitiba) keine Probleme bereiten.

Als Gruppensieger bekämen sie es im Achtelfinale mit dem Zweiten der Gruppe A zu tun, wo sich Brasilien, Mexiko, Kamerun und Kroatien um die beiden Aufstiegsplätze streiten. Zu den möglichen Viertelfinalgegnern zählen Italien und Frankreich bevor es im Halbfinale zu einem Wiedersehen mit Deutschland, Italien oder Brasilien kommen könnte.

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