Der deutsche WM-Kader: Jogi Löws Baustellen

Am 12. Juni findet das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien statt. Als einer der Favoriten geht die deutsche Nationalmannschaft ins Turnier, da sie bei den letzten drei WM stets unter die besten drei Teams gekommen ist.

Außerdem verfügt der deutsche Kader über eine so große Dichte an herausragenden Einzelspielern, wie kaum eine andere Mannschaft, die an der Weltmeisterschaft teilnimmt. Dennoch gibt es 128 Tage vor Turnierbeginn einige berechtigte Sorgen, was die Zusammensetzung des Kaders angeht.

Die Abwehr

Mit Manuel Neuer steht der Welttorhüter des Jahres 2013 im deutschen Kasten. Die Position seines Stellvertreters ist allerdings momentan eine kleine Baustelle. Zwar gibt es mit Ron-Robert Zieler und Marc-André ter Stegen zwei junge und überaus talentierte Spieler, die jedoch über wenig internationale Erfahrung verfügen. Diese können zwar Rene Adler und Roman Weidenfeller vorweisen.

Da aber Adler in einer Formkrise steckt und Weidenfellers Spielweise nicht so richtig zu der der Nationalmannschaft passt, bleibt nur zu hoffen, dass Manuel Neuer bis zum Sommer fit bleibt. Ähnlich steht es mit Philipp Lahm, dem besten deutschen Defensivspieler. Ihn benötigt Bundestrainer Joachim Löw dringend auf der linken Abwehrseite. Wenn Lahm ausfällt, gibt es keine adäquate Alternative auf dieser Position.

Der Angriff

Im Mittelfeld tummeln sich mit Mesut Ösil, Marco Reus, Julian Draxler, Mario Götze, Thomas Müller, Andre Schürrle und Toni Kroos die meisten Spieler, die das Potential haben, zum Star der WM zu werden. Sie kämpfen allerdings um die stark limitierten Plätze im offensiven Mittelfeld. Dahinter ist die deutsche Mannschaft von Verletzungssorgen geplagt:

Mit Bastian Schweinsteiger, Ilkay Gündogan und Sami Khedira ist bei gleich drei defensiven Mittelfeldspielern fraglich, ob sie rechtzeitig zum Turnierbeginn fit werden. Wenn nicht, dann haben die Zwillinge Lars und Sven Bender beste Chancen auf hohe Einsatzzeiten. Mit Miroslav Klose fährt ein Stürmer mit zum Turnier, der die Möglichkeit hat, mit nur einem Tor zum Führenden der ewigen WM-Torjägerliste zu werden. Sein für einen Fußballer hohes Alter von 35 Jahren lässt jedoch berechtigten Zweifel daran zu, dass er die entsprechende Form erreicht.

Als zweiter Stürmer hat Mario Gomez einen festen Platz im Kader – wenn er nicht verletzt ist, wie er es im Laufe der Saison war. Und hinter Klose und Gomez klafft eine große Lücke, die der Gladbacher Max Kruse wohl noch nicht zu schließen vermag. Zwar können Thomas Müller und Mario Götze auch in der Spitze eingesetzt werden, aber möglicherweise will Trainer Löw auf ihre Qualitäten eher im Mittelfeld zugreifen.

Hinterlass uns einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.